Umweltseminar 2019

Gut besuchtes Umweltseminar 2019 in Wiesbaden

 

Wieder einmal veranstaltete der Hessische Landesverband Motorbootsport (HELM) gemeinsam mit dem Landesverband Motorbootsport Rheinland-Pfalz (LVM RLP) ein Umweltseminar. Vorbereitet wurde das Seminar von den beiden Landesumweltbeauftragten. 57 Vertreter und Vertreterinnen aus den einzelnen Mitgliedsvereinen nahmen an dem Seminar teil.

Herr Dr. Arno Grau konnten wieder hochkarätige Referenten zu interessanten Themen gewinnen. Begrüßen konnte der HELM Umweltbeauftragte Dr. Arno Grau, vom Deutschen Motoryachtverband den 1. Vizepräsidenten und Präsident des LVM RLP, Herr Gisbert König,  für den HELM die Präsidentin, Frau Christel Lenarz, den 2. Vizepräsidenten und Geschäftsführer Herr Karl Heinz Menges und die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Frau Gisela Menges, für den LVM RLP den Fachschaftreferent Rheinhessen und Vizepräsidenten Herrn Werner Brandmüller.

In ihren Grußworten ging Präsidentin Christel Lenarz auf die gute Einrichtung des gemeinsamen Umweltseminars ein und bedankte sich bei beiden Umweltbeauftragten für die Organisation der Veranstaltung.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Präsidenten des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Herrn Gisbert König, berichtete er kurz über die Schwerpunkte des Deutschen Motoryachtverbandes und dann stieg man in die Materie ein. Als Referent konnte Dr. Arno Grau, den Vizepräsidenten des LV Baden-Württemberg, Herr Peter Haag, zu einem Vortrag über die Materie Strom an Bord gewinnen. Woher kommt der Strom, wo geht er hin. Den interessierten Teilnehmer zeigte Peter Haag die verschiedenen Batteriearten, Vorstellung vom Laden der Batterie, Verkabelung an Bord und die Stromaufnahme an Bord anhand von einer Powerpointpräsentation.  

Herr Dipl.-Ing. Heinrich Webler aus dem Ingenieurbüro icon in Mainz referierte über den Hochwasserschutz durch Polderbau. Es ist das Ziel durch den Polderbau das Hochwasser nicht zu hoch kommen zu lassen und so dieses aus den Städten fernzuhalten. Der Rhein ist als Wasserstraße von Basel bis Rotterdam ausgebaut und in Deutschland komplett als Bundeswasserstraße ausgewiesen. 1995 wurde das rheinland-pfälzische Hochwasserschutz – und Vorsorgekonzept beschlossen. Es beruht auf den drei Säulen: natürlicher Wasserrückhalt durch Versickern und Renaturieren (z.B. „Aktion BlauPlus“und das „Naheprogramm“), technischer Hochwasserschutz durch Rückhalten (Schaffung von Retentionsraum) und Abwehren. Neben den Hochwassern, die entlang von Flüssen ausufern, treten in Deutschland auch sogenannte Sturzfluten nach örtlichen Starkregenereignissen auf. Bei solchen kurzzeitigen Niederschlagsereignissen mit hoher Intensität, die oft im Zusammenhang mit Gewittern auftreten, kann das Wasser nicht im Boden gespeichert werden und fließt wild auf der Oberfläche als Hangabfluss, manchmal verbunden mit Erosion, ab. Über Bäche, aber auch sonst trockene Gräben und Wege stürzt das Wasser zu Tal und überlastet Bäche und Kanäle im Siedlungsbereich. Wenn Bebauung im Weg steht, kann es leicht zu Schäden kommen, indem vor allem Keller überflutet werden. In der Vergangenheit sind solche Ereignisse wiederholt in Deutschland aufgetreten, bei denen einzelne oder auch einige Anwesen von Schäden betroffen waren. Sturzfluten aufgrund von Starkregenereignissen können praktisch überall in Deutschland auftreten. Im Bereich von Basel bis Worms sind bereits 25 Polder am Oberrhein errichtet worden, ebenso in Rheinland-Pfalz sind Reserveräume entstanden. Diese können die Pegelstände bei drohendem Hochwasser absenken.

Im Anschluss stellte Herr Otto Botz von der Firma ROWE die Nachhaltigkeit von Hochleistungsschmierstoffe vor. Die ROWE MINERALÖLWERK GMBH ist ein stetig wachsendes Unternehmen der Schmierstoffbranche mit Hauptsitz in Worms und Premiumpartner des Deutschen Motoryachtverbandes. Die Produktpalette umfasst Motorenöle, Getriebe- und Hydrauliköle, Industrie- und Metallbearbeitungsschmierstoffe, Bio-Schmierstoffe, Kraftstoffadditive aber auch Kühler- und Scheibenfrostschutz sowie unterschiedliche Autopflegeprodukte.

 

Nach der Mittagspause wurden die Teilnehmer des Seminars über biozidfreie Unterwasseranstriche durch Herrn Dipl.-Ing. Joachim Müller von der Firma ItCoating unterrichtet. Die ökoeffiziente alternative Bootsbeschichtung ist frei von Bioziden und umweltgefährlichen Stoffen. Das einfach zu applizierende Beschichtungssystem ist superglatt, verringert den Bewuchs und erleichtert die Reinigung. Die hohe Abriebbeständigkeit von it BoatProtect reduziert die Belastung der Gewässer durch Biozide und Mikroplastik auf ein Minimum. Weitere Vorteile sind bessere Manövrierbarkeit, höhere Geschwindigkeit und geringerer Spritverbrauch durch die verringerte Reibung.

Durch das Wachstum von Weich- und Hart-Fouling erhöht sich der Fahrtwiderstand. Erhöhter Energieverbrauch, sowie unter Umständen den Verlust der Manövrierfähigkeit sind die Folgen. Dieses Wachstum wird bisher gebremst oder verhindert durch das Aufbringen einer biozid- oder metallhaltigen Beschichtung. Nachstehende Mengen werden in Deutschland verarbeitet oder gelangen in das Fluss-, Meer- oder Brackwasser. Aus der Studie des Umweltbundesamts 2018 geht hervor, dass pro Jahr in Deutschland durch die Verwendung von Biozid- oder metallhaltigen Unterwasseranstrichen bis zu 400 to Mikroplastik, davon ca. 70 to mit Kupfer und 20 to mit Zink belastet, in unsere heimischen Gewässer gelangen Der Eintrag von Kupfer und Zink sowie Biozide in die Umwelt wird auf null reduziert. Darüber hinaus wird die Menge an Beschichtungsstoffen auf 1/5 bis 1/10 pro Jahr gesenkt! Dadurch wird nicht nur die exposition von Mikroplasitk ins Wasser dramatisch gesenkt, sondern auch Lösungsmittelemissionen von 50-90 % vermieden. it BoatProtect enthält keine umweltgefährden Stoffe und ist damit eine echte umweltschondende Alternative.

Herr Werner Brandmüller, in Vertretung von Frau Ann Hochreuter, erläuterte zum Abschluss noch einmal die Kriterien zur Beantragung der Blauen Flagge, appellierte an die Vereinsvertreter, sich für die Blaue Flagge einzusetzen. Mit einem Hinweis auf die Gemeinschaftsveranstaltung „Verleihung der Blauen Flagge“ der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen verabschiedete er die Teilnehmer und wünschte einen guten Nachhauseweg.